Bärlauch
Bärlauch

Kraut des Monats April

Bärlauch – Würziges Superkraut aus dem Schatten

Wenn im Frühling die ersten zarten Blätter aus dem Boden sprießen, beginnt die Saison des Bärlauchs (Allium ursinum) – einer Pflanze, die nicht nur durch ihren knoblauchähnlichen Geschmack begeistert, sondern auch durch beeindruckende gesundheitliche Wirkungen. Als eines der ersten frischen Wildkräuter nach dem Winter bringt Bärlauch frische Würze in die Küche und Vitalstoffe in den Körper. Doch Bärlauch kann mehr, als man denkt – auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon lässt er sich kultivieren und vielseitig verwenden.

Die besonderen Eigenschaften des Bärlauchs

Bärlauch gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist eng mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebel verwandt. Im Gegensatz zu seinem intensiver riechenden Verwandten ist Bärlauch jedoch deutlich milder, aber ebenso gesund. Er enthält schwefelhaltige ätherische Öle, insbesondere Allicin, das antibakteriell und antiviral wirkt. Studien deuten darauf hin, dass diese Stoffe auch cholesterinsenkend und blutdruckregulierend wirken können.

Darüber hinaus ist Bärlauch reich an Vitamin C, Eisen und Magnesium. Gerade nach einem langen Winter kann er helfen, den Körper zu entgiften und den Stoffwechsel anzuregen. In der Volksmedizin wurde Bärlauch traditionell bei Verdauungsproblemen, Arteriosklerose und Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt.

Überraschende Fakten über Bärlauch

Ein interessanter Aspekt ist sein Ruf als „Bärenkraut” – der Name leitet sich vermutlich von der Vorstellung ab, dass Bären nach dem Winterschlaf gezielt nach Bärlauch suchen, um ihren Körper zu reinigen. Eine weitere Besonderheit: Obwohl Bärlauch stark nach Knoblauch duftet, hinterlässt er kaum die bekannten Ausdünstungen nach dem Verzehr.

Vorsicht ist jedoch beim Sammeln geboten: Bärlauch wird oft mit giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der intensive Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Blätter.

Bärlauch im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen

Wer Bärlauch liebt, muss nicht auf den Wald angewiesen sein. Mit den richtigen Bedingungen gedeiht die Pflanze auch im Garten oder auf dem Balkon.

Standort und Boden: Bärlauch liebt schattige bis halbschattige Plätze, idealerweise unter Bäumen oder Sträuchern. Der Boden sollte feucht, humusreich und durchlässig sein. Staunässe ist zu vermeiden.

Aussaat oder Pflanzung: Bärlauch kann im Herbst aus Samen gezogen werden – allerdings ist er kältekeimend, d.h. die Samen benötigen Frost, um zu keimen. Alternativ kann man im Frühling Zwiebeln oder Jungpflanzen setzen. Die Pflanze ist mehrjährig und breitet sich bei günstigen Bedingungen über Tochterzwiebeln oder Selbstaussaat aus.

Pflege: Einmal etabliert, ist Bärlauch pflegeleicht. Regelmäßiges Gießen bei Trockenheit, gelegentlich etwas Kompost &– mehr braucht es nicht. Er sollte allerdings nicht zu häufig beerntet werden, damit er sich gut entwickeln kann.

Kreative Verwendung in der gesunden Küche

Bärlauch eignet sich hervorragend für zahlreiche Gerichte. Er schmeckt roh im Salat, als Pesto mit Nüssen und Öl, fein gehackt in Quark oder Butter oder leicht angedünstet in Suppen und Risotto. Er sollte jedoch möglichst nicht mitgekocht werden, da Hitze viele wertvolle Inhaltsstoffe zerstört.

Ein Highlight ist Bärlauchöl: Frische Blätter in Olivenöl einlegen, optional mit einem Spritzer Zitrone oder Chili verfeinern – so bleibt das Aroma über Wochen erhalten. Auch in grünen Smoothies bringt Bärlauch eine spannende Note und versorgt den Körper mit Vitalstoffen.

Bärlauch-Pesto: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Zutaten für ca. 1 Glas (200 ml):

  • 100 g frischer Bärlauch (gewaschen, trocken geschleudert)
  • 50 g Nüsse oder Kerne (z. B. Pinienkerne, Walnüsse, Sonnenblumenkerne oder Cashews � je nach Geschmack)
  • 50 g Hartkäse (z. B. Parmigiano Reggiano oder Pecorino, frisch gerieben; optional für vegane Variante weglassen oder ersetzen)
  • 150 ml hochwertiges Olivenöl
  • 1/2 TL Salz (nach Geschmack)
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Spritzer Zitronensaft (optional, für Frische und Haltbarkeit)

Zubereitung:

1. Vorbereitung

  • Bärlauch gründlich waschen (mehrmals in kaltem Wasser), um eventuelle Verunreinigungen oder Tiere (z. B. Schnecken) zu entfernen.
  • Danach gut trocknen (z. B. in einer Salatschleuder oder auf Küchenpapier), denn Wasser verkürzt die Haltbarkeit des Pestos.

2. Nüsse rösten (optional, aber empfehlenswert)

  • Pinienkerne oder andere Nüsse in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze goldbraun rösten.
  • Das verstärkt das Aroma und gibt dem Pesto Tiefe.
  • Anschließend abkühlen lassen.

3. Alles pürieren

  • Den Bärlauch grob zerkleinern.
  • Mit den gerösteten Nüssen, geriebenem Käse und etwa der Hälfte des Olivenöls in einen Mixer oder ein hohes Gefäß geben.
  • Mit einem Stabmixer oder Küchenmixer fein pürieren.
  • Nach und nach das restliche Öl zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

4. Abschmecken:

  • Mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft würzen.
  • Noch einmal kurz durchmixen.

5. Abfüllen

  • Das fertige Pesto in ein sterilisiertes Schraubglas füllen.
  • Die Oberfläche mit etwas Olivenöl bedecken – das verlängert die Haltbarkeit.
  • Im Kühlschrank lagern.

Haltbarkeit

  • Gekühlt und mit Öl bedeckt ist das Pesto ca. 1 bis 2 Wochen haltbar.
  • Alternativ kann man es einfrieren (z. B. portionsweise in Eiswürfelformen).

Verwendungsideen

  • Klassisch zu Pasta oder Gnocchi
  • Als Brotaufstrich oder zu Ofengemüse
  • In Suppen, Dips oder Risotto
  • Zum Marinieren von Fleisch oder Grillgemüse
  • In Quark, Frischkäse oder Joghurt als Kräutercreme

Tipp: Für eine vegane Variante einfach den Käse durch Nährhefe ersetzen (ca. 2 bis 3 EL), das verleiht ebenfalls eine herzhafte Note.

Bärlauch-Öl: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bärlauch-Öl ist eine wunderbare Möglichkeit, das intensive Aroma der Frühlingspflanze haltbar zu machen. Es eignet sich perfekt zum Verfeinern von Pasta, Salaten, Gemüsegerichten oder zum Dippen mit Brot.

Zutaten für ca. 250 ml Bärlauch-Öl

  • 1 Bund frischer Bärlauch (ca. 50–60 g)
  • 250 ml hochwertiges Olivenöl (alternativ: Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • Optional: 1 Prise Salz, 1 Spritzer Zitronensaft oder Chili

Zubereitung – Grundvariante (roh, ungefiltert)

  1. Bärlauch vorbereiten: Gründlich waschen und auf Küchenpapier vollständig trocknen lassen. Feuchtigkeit verringert die Haltbarkeit des Öls.
  2. Zerkleinern: Den Bärlauch grob hacken.
  3. Pürieren: Bärlauch zusammen mit dem Öl in einen Mixer oder ein hohes Gefäß geben. Fein pürieren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
  4. Optional verfeinern: Wer mag, kann nun eine Prise Salz, einen Spritzer Zitronensaft oder etwas Chili hinzufügen.
  5. Abfüllen: Das Püree in ein steriles Glas mit Deckel füllen. Nicht durchsieben.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank 5–7 Tage. Immer mit einer Ölschicht bedecken und sauberes Besteck verwenden.

Variante 2: Klares Öl durch Filtern

  1. Püree wie oben zubereiten.
  2. Die Masse durch ein feines Sieb, Mulltuch oder Kaffeefilter tropfen lassen – am besten über Nacht im Kühlschrank.
  3. Das klare, aromatisierte Öl in eine saubere Flasche füllen.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank ca. 2–3 Wochen. Das Entfernen von Pflanzenresten verlängert die Lagerfähigkeit deutlich.

Variante 3: Mit Erhitzung für längere Haltbarkeit

  1. Gehackten Bärlauch in einen Topf geben und mit dem Öl bedecken.
  2. Langsam auf ca. 60–70 °C erhitzen (nicht kochen!) und 10 Minuten ziehen lassen.
  3. Danach vollständig abkühlen lassen und durch ein feines Sieb oder Tuch filtern.
  4. In sterilisierte Flaschen abfüllen und luftdicht verschließen.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank bis zu 2 Monate. Diese Variante ist besonders sicher, wenn das Öl auch verschenkt oder auf Vorrat gelagert wird.

Verwendungsideen

  • Als Finish auf Pasta, Kartoffeln oder Suppen
  • In Salatdressings oder zum Marinieren
  • Als Dip mit Brot oder Baguette
  • Zum Verfeinern von Gemüsepfannen oder Risotto

Tipp: Für intensiveres Aroma kann man das Öl auch mit anderen Kräutern oder Zitronenschale kombinieren.

Fazit

Bärlauch ist ein echtes Superkraut: aromatisch, gesund, vielseitig – und mit etwas Geduld auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultivierbar. Seine Frühlingsfrische und Heilwirkung machen ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer naturnahen und bewussten Ernährung. Wer Bärlauch schätzt, holt sich damit nicht nur Geschmack, sondern auch ein Stück Waldgesundheit in die Küche.

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