Pilz des Monats August
Steinpilze (Boletus edulis) gehören zu den begehrtesten und schmackhaftesten Pilzen, die in europäischen Wäldern zu finden sind. Aufgrund ihres intensiven, nussigen Aromas und ihrer festen, fleischigen Textur werden sie oft als „Könige der Pilze“ bezeichnet. Diese edlen Speisepilze sind besonders in der herbstlichen Küche beliebt, sei es als Zutat in Saucen, Suppen oder Risottos. Doch Steinpilze sind nicht nur wegen ihres Geschmacks begehrt – sie bergen auch einige überraschende Eigenschaften und faszinierende Fakten.
Überraschende Fakten über Steinpilze
Steinpilze können gigantisch groß werden
Ein durchschnittlicher Steinpilz wiegt etwa 150 bis 300 Gramm, doch unter idealen Bedingungen können Steinpilze bis zu 3 Kilogramm schwer werden! In seltenen Fällen wurden Exemplare mit einem Hutdurchmesser von bis zu 30 cm gefunden. Diese Giganten der Natur sind jedoch nicht nur wegen ihrer Größe beeindruckend, sondern auch wegen ihres langanhaltenden Aromas.
Sie können jahrzehntelang am selben Ort wachsen
Steinpilze sind sogenannte Mykorrhizapilze, die eine symbiotische Beziehung mit Bäumen eingehen. Diese Verbindung kann über viele Jahre bestehen, sodass Steinpilze immer wieder an denselben Stellen im Wald wachsen. Pilzsammler, die einen „guten Platz“ gefunden haben, können Jahr für Jahr dorthin zurückkehren und erneut Steinpilze ernten.
Sie sind Meister der Tarnung
Dank ihrer braunen Hutfarbe und der fleckigen, unregelmäßigen Struktur verschmelzen Steinpilze optisch mit dem Waldboden. Besonders in Laub- und Mischwäldern, wo viel Laub auf dem Boden liegt, sind sie schwer zu entdecken. Ein geübtes Auge und Geduld sind gefragt, um sie zwischen Blättern und Moos zu erkennen.
Unglaublich lange Haltbarkeit im getrockneten Zustand
Während frische Steinpilze nur wenige Tage haltbar sind, können sie getrocknet jahrelang aufbewahrt werden, ohne an Geschmack zu verlieren. Tatsächlich intensiviert sich das Aroma durch das Trocknen sogar noch, sodass getrocknete Steinpilze in vielen Gerichten wie Suppen oder Saucen verwendet werden können. Ein kleiner Vorrat an getrockneten Steinpilzen ist ein wahres kulinarisches Juwel in jeder Küche.
Steinpilze sind wahre Nährstoffbomben
Steinpilze sind nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. Sie enthalten wichtige Vitamine wie Vitamin B, D und K sowie Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Zink. Zudem sind sie kalorienarm und ballaststoffreich, was sie zu einer wertvollen Zutat für eine ausgewogene Ernährung macht.
Ihre Sporen reisen weit
Steinpilze verbreiten sich über Sporen, die durch den Wind über weite Entfernungen transportiert werden können. Ein einziger Steinpilz kann Milliarden von Sporen freisetzen, die sich dann im Boden festsetzen und unter den richtigen Bedingungen neue Pilze bilden können. So ist es möglich, dass Steinpilze plötzlich an Orten auftauchen, an denen zuvor keine wuchsen.
Seltene Partnerschaft mit Trüffeln
In einigen Regionen können Steinpilze und Trüffel in enger Nachbarschaft zueinander wachsen, da beide Pilzarten ähnliche Bodenverhältnisse und Baumarten bevorzugen. Dies macht solche Gebiete zu einem echten Schatz für Pilzsammler, da sie gleich zwei der wertvollsten Pilze der Welt an einem Ort finden können.
Steinpilze sind widerstandsfähig gegen viele Schädlinge
Im Gegensatz zu anderen Pilzarten sind Steinpilze relativ widerstandsfähig gegen Insektenbefall. Sie sind zwar nicht völlig immun, aber ihre dichte Struktur und das feste Fleisch bieten weniger Angriffsfläche für Schädlinge wie Maden. Das macht sie besonders attraktiv für Pilzsammler, da sie in der Regel weniger von Schädlingen befallen sind als andere Speisepilze.
Fazit
Steinpilze sind nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch wahre Wunder der Natur. Mit ihrer beeindruckenden Größe, ihrer symbiotischen Beziehung zu Bäumen und ihrer Fähigkeit, sich über weite Distanzen zu verbreiten, faszinieren sie Pilzliebhaber und Wissenschaftler gleichermaßen. Wer das Glück hat, einen Steinpilz im Wald zu finden, sollte diesen Fund nicht nur als kulinarischen Schatz betrachten, sondern auch die faszinierenden Eigenschaften dieses besonderen Pilzes schätzen.
Dieses Rezept kombiniert die erdige, nussige Note der Steinpilze mit der Süße von karamellisierten Birnen und der Knusprigkeit von Walnüssen. Ein ungewöhnliches, aber harmonisches Gericht, das perfekt in die Herbstküche passt.
Für das Risotto:
Für die karamellisierten Birnen und Walnüsse:
Steinpilze vorbereiten: Falls du getrocknete Steinpilze verwendest, weiche sie in heißem Wasser für ca. 30 Minuten ein, drücke sie aus und bewahre das Einweichwasser auf. Frische Steinpilze putzen und in Scheiben schneiden.
Birnen karamellisieren: Die Birnen schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. In einer Pfanne die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Birnenscheiben und Walnüsse hinzufügen und für ca. 5 Minuten anbraten, bis die Birnen leicht bräunen und weich werden. Den Honig oder Ahornsirup sowie eine Prise Zimt und Salz dazugeben und die Mischung karamellisieren lassen. Zur Seite stellen.
Risotto zubereiten: In einem großen Topf 1 EL Butter und das Olivenöl erhitzen. Die Zwiebel und den Knoblauch darin glasig dünsten. Den Risottoreis hinzufügen und unter Rühren anbraten, bis der Reis leicht durchsichtig wird (ca. 2-3 Minuten).
Wein und Brühe zugeben: Den Weißwein hinzufügen und unter Rühren einkochen lassen, bis der Wein fast vollständig aufgesogen ist. Die Gemüsebrühe nach und nach schöpfweise dazugeben, dabei immer wieder rühren und die nächste Schöpfkelle Brühe erst hinzufügen, wenn die Flüssigkeit aufgesogen ist. Diesen Vorgang ca. 20 Minuten wiederholen, bis der Reis cremig, aber noch bissfest ist.
Steinpilze hinzufügen: In einer separaten Pfanne 1 EL Butter schmelzen und die Steinpilze darin ca. 5 Minuten anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Die Pilze (sowie eventuell das Einweichwasser der getrockneten Pilze) in das Risotto rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Finalisieren: Den frisch geriebenen Parmesan unter das Risotto rühren und das Gericht vom Herd nehmen. Die karamellisierten Birnen und Walnüsse vorsichtig unterheben oder als Topping auf das Risotto legen.
Servieren: Das Steinpilz-Risotto auf Tellern anrichten und nach Belieben mit frischem Parmesan und etwas Olivenöl garnieren.
Dieses Steinpilz-Risotto ist eine ungewöhnliche, aber köstliche Kombination aus herzhaften Pilzen, süßen Birnen und knackigen Walnüssen. Die Mischung der Aromen und Texturen macht es zu einem besonderen Gericht für gemütliche Herbstabende oder besondere Anlässe.
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